Patrick W. wird zu hoher Gefängnisstrafe verurteilt

Der Echzeller  Verein und frühere Bürgerinitiative Grätsche gegen Rechtsaussen e.V. zieht, nach dem Urteil vom 3. Dezember gegen Patrick W., Bilanz.

 „Die Verurteilung von Herrn W. ist zu einem großen Teil auch der Arbeit unseres Vereins zu verdanken“, sagt Manfred Linss, erster Vorsitzender des Vereins.  Fast drei Jahre setzte sich der Verein immer wieder für die betroffenen Anwohner der Gemeinde ein. Der Erfolg gibt ihnen Recht: “Unser Beispiel soll anderen Initiativen und Organisationen Mut machen sich gegen Rechtsextremis-mus einzusetzen.“  Dabei war es nicht immer leicht. Bedrohungen, Untätigkeit der Behörden, ja sogar den Vorwurf, der Verein wäre dafür verantwortlich eine ganze Gemeinde ins „rechte Licht“ zu zerren, mussten sich die Mitglieder des Vereins, teilweise sogar von Vertretern der Behörden, vorwerfen lassen. Der Fall Patrick W. füllt mittlerweile ganze Aktenordner des Vereins. Anzeigen und Beschwerden wurden seitens der Behörden nicht ernstgenommen oder einfach ausgesessen .  Der Versuch durch Patrick W., einen Nachbarn mit dem Auto zu überfahren, wurde als Nachbarschafts-streitigkeit  gewertet. Laut grölende Neonazis, die auf Partys  Naziparolen skandierten, wurden als Ruhestörung und als „ein bisschen über die Stränge schlagen“ seitens der verantwortlichen Behörden gewertet. Ein Nachbar von Patrick W. musste am eigenen Leib erfahren was es mit „ein bisschen über die Stränge schlagen“ so  auf sich hat. Er wurde, weil er sich über den Lärm bei einer der Partys beschwerte, zusammengeschlagen.

Erst das Einbinden der Öffentlichkeit durch Pressearbeit und zahlreiche Veranstaltungen, wie beispielweise ein Festival  gegen Rechts, machte es den Behörden schwer, einfach nur wegzusehen oder halbherzig zu reagieren.  Mit den Worten, „keine Angst zeigen, nicht aufgeben und immer wieder Druck machen“, beschreibt Manfred Linss die Tätigkeit der Grätsche gegen Rechtsaussen im Fall Patrick W..

So ist auch die Bemerkung des Vorsitzenden Richters, Johannes Steinbach, der Patrick W. bei der Urteilsverlesung attestierte  ein Rassist mit einem menschenverachtendem Weltbild zu sein, für den Verein der größte Erfolg. Manfred Linss: „Es gibt keine rechtsextremistischen unpolitischen Menschen. Wer sich mit Symbolik des Naziregimes umgibt, antisemitische Tätowierungen auf dem Arm trägt und Gaskammer Partys feiert, ist nicht unpolitisch und schon gar kein übermütiger dummer Junge, wie Patrick W. so gern von Vertretern der Behörden oder nicht direkt Betroffener bezeichnet wurde. Rassisten sind keine nette Menschen !!" 

Der Verein, dessen Arbeit in den letzten Jahren auch mit zahlreichen Preisen für Zivilcourage und den Einsatz für Demokratie und Toleranz geehrt wurde, wird weitermachen. Manfred Linss: „Fremdenfeindlichkeit und ein rechtes Weltbild sind bereits in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Wir müssen  gerade jungen Menschen zeigen, dass es sich lohnt  für Demokratie und den damit verbundenen Privilegien wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit  und Gleichberechtigung einzutreten. “

 

Pressekontakt: Manfred Linss 01711960693


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