Wetterauer Zeitung - Jeder Flüchtling bekommt ein Fahrrad

Spendenübergabe

Spende von Bürgern, Grätsche und Reifen Bruder - Zimmer- und Projektpatenschaften möglich

Wenn Anfang Mai die ersten Flüchtlinge in die Gemeinde kommen, erwartet sie in der Bäckergasse, wo sie im Mietshaus eines Echzellers untergebracht sind, nicht nur frisch renovierte und nach ihren Bedürfnissen umgebaute Räume. Sondern auch Fahrräder – für jeden eins.

Die Räder haben Echzeller Bürger gespendet, die ortsansässige Firma Reifen Bruder hat sie instand gesetzt. Wenn etwas fehlte, hat der Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« für Ersatz gesorgt. So ist nun jedes Rad mit funktionierenden Bremsen und Leuchten sowie einer Klingel, einem Gepäckträger und einem Schloss ausgestattet. Zehn Drahtesel für Erwachsene stehen zur Verfügung, außerdem ein Kinderrad und ein Roller für Kleinkinder. Zur Spende gehört auch, dass die Räder später bei Bedarf repariert werden.

»Wir wollen den Flüchtlingen Mobilität schenken«, sagte Grätsche-Sprecher Manfred Linss bei der Übergabe an Bürgermeister Wilfried Mogk und Echzells Integrationsbeauftragte Christine Woderski. »Das ist eine tolle Idee«, lobte Mogk, selber begeisterter Radler. »So sind die Neuankömmlinge unabhängig, können zum Einkaufen fahren oder andere Flüchtlinge besuchen.«

Außer über Sach- und Geldspenden können sich die Bürger ehrenamtlich zum Wohl der neuen Mitbürger einbringen. Ein Grätsche-Mitglied werde eine Zimmer-Patenschaft übernehmen, kündigte Linss an. Für die meisten Vereinsmitglieder komme aber, da sie berufstätig seien, eher eine Projekt-Patenschaft in Betracht. Was die Grätsche konkret anbieten werde, hänge von den Interessen der Flüchtlinge ab. Eins sei klar: Es soll etwas sein, das sie in ihrem Selbstwertgefühl stärke und die Integration fördere.

 

© Wetterauer Zeitung  16.04.2014

 
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