echzellerleben.de - Echzeller "Poetry Slam"

Poetry Släm

Nach dem ersten Poetry Slam an der Glühweinnacht 2013 folgte am Samstag abend großes "Kino" in Gettenau. Rund 80 Menschen fanden den Weg in das Gemeindezentrum "Stern" um einen erneuten Poetry Slam in Echzell, organisiert von der "Grätsche gegen Rechtsaußen", zu erleben.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Liedermacher Sebastian Göbel, auch bekannt als "Göbelino", der einen Coversong und zwei seiner eigenen Stücke präsentierte. Danach begrüßte der Vorsitzende der Grätsche, Manfred Linss, die Anwesenden. Ein besonderes Willkommen galt Bürgermeister Wilfried Mogk, der als Schirmherr der Veranstaltung einen Briefumschlag zum Ausgleich der Saalmiete überreichte. Nach der Begrüßung übergab Linss an den Moderator des Abends, Andreas Arnold, der als Kopf der Wetterauer Poetry-Slam-Szene gilt. Dieser gab, nach der Auslosung der Startplätze für die Slammer, seine Gedanken zum Thema "Gut- und Schlechtmensch" zum Besten.

Den Anfang des Poetry Slam machte Artem aus der Ukraine, der seit 17 Jahren in Deutschland lebt. Sein Beitrag "Sprengstoff" führte zu nicht endendem Beifall im Auditorium. Der zweite Slammer, Luke, offenbarte seine Gedanken zum Thema Religion und Glauben. Bei Arthur, ebenfalls aus der Ukraine und seit 13 Jahren in diesem Land lebend, wurde der Saal sehr still. Sein Beitrag "Meine kleine Schwester" erinnerte an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Robin und Jan vom Frankfurter "Team me up Scottie", beeindruckten mit dem Thema "Ein Boot kommt über das Meer" bevor Maria ihre Gedanken zum Thema "Mitläufer" präsentierte.

Nach der Pause, während der "Göbelino" die Anwesenden mit seinen nachdenklich machenden Songs unterhielt, machte Moderator Andy Arnold darauf aufmerksam, dass Sebastian seine Gage für den heutigen Abend zu Gunsten der Veranstaltung spenden wird.

Im zweiten Teil des Abends stellte Martin den "Max Mustermann" vor, der aus seinem geregelten Leben gerissen wird um über Umwege anderen Menschen zu helfen. Darauf folgte Samuel höchst professionell mit dem Thema "Reinlichkeit und Brecht und Freizeit". Dommi, der letzte Slammer des Abends, widmete sich der "Mauer im Kopf" und dem "kleinen Mann", der durch Negativdenken immer kleiner wird.

Nach den Beitragsblöcken konnten die Besucher ihren Favoriten wählen. Kleine "Grätsche"-Buttons, mit dem Eintrittsstempel ausgehändigt, wurden je nach Sympathie in große Glaszylinder eingeworfen und dann ausgezählt.

Die Finalisten Artem, Maria und Samuel beeindruckten noch einmal mit weiteren Beiträgen bevor die Anwesenden per "Klatschentscheidung" den Sieger des Abends feststellten. Am meisten hatte Artem das Publikum beeindruckt, der von Manfred Linss und Andreas Arnold den Wanderpokal der Grätsche überreicht bekam. Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung wiederholt werden.

Fazit: Das Thema "Poetry Slam" war mir nicht unbekannt aber dies war mein erster Besuch einer solchen Veranstaltung. Ich bin begeistert, weitere Besuche werden folgen. Vielen Dank an die "Grätsche" als Veranstalter und an alle teilnehmenden Slammer für einen wunderbaren nachdenklichen und motivierenden Abend. Laut der Ankündigung wurde der Abend zugunsten der Echzeller Flüchtlingshilfe veranstaltet. Ich bin gespannt, was dabei zusammen gekommen ist. Etwas schade fand ich dass, aufgrund fehlender Einladung, kein Echzeller Flüchtling anwesend war. Da deren Deutschkenntnisse von Tag zu Tag besser werden, hätten sie bestimmt auch viel Spaß an dem Abend gehabt.

© http:echzellerleben.de/20150919_Echzell_Poetry_Slam.htm  19.9.2015 (Foto: Tom Wettig)
 
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